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Das Gemeinschaftsgefühl im Online-Abendstudium ist unheimlich motivierend

Für die Schulbegleiterin Saskia Mertin ist der Austausch im Online-Abendstudium mit den Lehrenden und Mitstudierenden immer sehr wertvoll und bereichernd - aus den gemeinsamen Abendveranstaltungen bekommt sie fachlichen Input und ist nicht alleine

Junge Frau mit blonden, lockigen Haaren, die zu zwei Duttfrisuren gestylt sind. Sie trägt einen schwarzen Hoodie und schaut direkt in die Kamera.

Saskia, könnten Sie kurz Ihre berufliche Situation beschreiben

Aktuell arbeite ich als Schulbegleiterin an einer Grundschule. Dort unterstütze ich einen Drittklässler dabei, den Schulalltag zu meistern. Mein Fokus liegt nicht nur darauf, ihm bei der Bearbeitung der Unterrichtsmaterialien zu helfen, sondern vor allem seine Konzentration und Motivation zu fördern, damit er dem Unterricht folgen kann. Es ist eine Arbeit, die viel Geduld erfordert, aber unglaublich erfüllend ist. 

Welche Motivation hatten Sie, den Bachelor Soziale Arbeit zu studieren?

Der Wunsch, Menschen zu unterstützen, begleitete mich schon immer. Doch erst eine persönliche Krise, durch eine schwere Erkrankung in meiner Familie während meiner Schulzeit, machte mir bewusst, wie unverzichtbar professionelle Unterstützung und Hilfe für Menschen in (akuten) Belastungs- und Krisensituationen ist. In dieser Phase wurde meine Schulsozialarbeiterin zu einer zentralen Bezugsperson für mich. Sie bot mir einen wertfreien Raum und ein offenes Ohr – eine Unterstützung, die für mich den entscheidenden Unterschied machte. 

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie sehr eine professionelle Bezugsperson helfen kann und deshalb möchte ich Kindern und Jugendlichen heute genau das zurückgeben, was ich damals erfahren durfte.

Besonders wichtig ist es mir, jungen Menschen mit psychischen Herausforderungen zu zeigen, dass es keine Schwäche ist nach Hilfe zu fragen und dass es immer Hoffnung gibt, egal wie ausweglos die Situation erscheint oder sich anfühlt.

Mit dem Studium der Sozialen Arbeit möchte ich meine persönlichen Erfahrungen nun mit wissenschaftlichem Wissen, Theorien und Handlungskonzepten erweitern, um später selbst die professionelle Unterstützung und Hilfe anbieten zu können, insbesondere eine auf die individuellen Bedürfnisse der betroffenen Personen abgestimmt. 

Wieso haben Sie sich für das Format des Abend-Studiums entschieden?

Für mich war früh klar, dass ich nicht das „typische“ Studentenleben suche. Ich wollte nicht entscheiden müssen zwischen “entweder Studium oder mein Beruf”, sondern ich wollte “sowohl Beruf als auch Studium”.

Gerade als ich im letzten Jahr meine Stelle als Schulbegleiterin begonnen habe, merkte ich schnell, dass mich dieser Job so sehr erfüllt, dass ich ihn für ein Studium auf keinen Fall aufgeben möchte. 

Die Entscheidung für das Abendstudium war für mich daher die perfekte Lösung. 

Ein reines Fernstudium kam nicht infrage - ich wollte nicht immer alleine vor dem Laptop sitzen, denn mir ist der persönliche Austausch sehr wichtig.

Im Abendstudium kann ich vormittags in der Schule arbeiten und abends gemeinsam mit meinen Kommilitonen lernen.

Was ich an diesem Format besonders schätze, ist das Gemeinschaftsgefühl. Wir teilen unsere Sorgen, Zweifel und natürlich auch unsere Erfolge. Man ist nicht allein auf dem Weg zum Bachelor, sondern geht ihn in einer Gruppe von Menschen, die in einer ähnlichen Lebenssituation stecken wie man selbst. Das motiviert ungemein!

Was gefällt Ihnen gut am Abend-Studium?

Ich schätze besonders die Flexibilität, die mir das Abendstudium bietet. Die zwei festen Abendveranstaltungen pro Woche geben mir einen klaren Rahmen und einen Zeitplan vor, an dem ich mich orientieren kann. Gleichzeitig bleibt mir genug Raum, den Rest meines Studiums zeit- und ortsunabhängig so zu organisieren, wie es gerade in meinen Alltag passt. Diese Struktur hilft mir enorm dabei, dranzubleiben, ohne mich eingeengt zu fühlen. 

Ein riesiger Pluspunkt ist der direkte Kontakt. Ich bin beim Erarbeiten der Inhalte aus den Studienbriefen nicht auf mich allein gestellt, sondern nehme den wesentlichen fachlichen Input aus den gemeinsamen Abendveranstaltungen mit. Der Austausch mit den Lehrenden und Mitstudierenden ist hierbei immer sehr wertvoll und bereichernd.

Was gefällt Ihnen gut am (Abend)Studium?

Die Vielfalt an beruflichen Erfahrungen und persönlichen Hintergründen macht den Austausch im Studium für mich besonders bereichernd. 

Da viele von uns parallel fest im Berufsleben stehen, herrscht ein großes gegenseitiges Verständnis für die täglichen Herausforderungen und die Doppelbelastung des Studiums.

Was sind Ihre beruflichen Pläne?

Nach meinem Abschluss möchte ich zunächst in der Kinder- und Jugendhilfe tätig sein, besonders die Arbeit in Wohngruppen interessiert mich sehr. 

Später möchte ich gerne als Schulsozialarbeiterin arbeiten. Dort möchte ich nicht nur als Ansprechpartnerin vor Ort sein, sondern auch präventiv arbeiten. Ein großes Ziel von mir ist es, Workshops an Schulen zu entwickeln, die über psychische Erkrankungen aufklären. 

Ich möchte dazu beitragen, dass die Stigmatisierung abnimmt und betroffene Kinder und Jugendliche sich früher trauen, Hilfe zu suchen. Sie sollen wissen: Eine psychische Erkrankung ist keine Schwäche, und niemand muss da alleine durch.

Dabei ist es mir wichtig, auch die Lehrkräfte mit ins Boot zu holen. Ich möchte sie dafür sensibilisieren, wie sich psychische Belastungen auf die Leistungsfähigkeit der Schüler: innen auswirken können und wie sie als Pädagogen unterstützend wirken können.  

Haben Sie Tipps für ein erfolgreiches Studium (Lernen, Zeiteinteilung etc.)?

  1. Step by step: Lass dich am Anfang nicht von der Menge des Stoffes überwältigen. Arbeite dich Stück für Stück durch die Module und setze dich nicht unter Druck. Jeder Mensch lernt in seinem eigenen Tempo und geht seinen ganz persönlichen Weg – das ist völlig okay.
  2. Vernetze dich und tausche dich mit anderen Studierenden aus. Du wirst schnell merken, dass die meisten genau die gleichen Sorgen und Ängste wie du teilen. Gemeinsam lässt sich die Herausforderung viel leichter meistern.
  3. Realistisches Zeitmanagement. Strukturiere deine Woche im Voraus und blocke dir feste Zeitfenster für das Studium. Sei dabei ehrlich zu dir selbst, denn nach einem anstrengenden Arbeitstag schafft man meist nicht mehr so viel, wie man sich wünscht. Plane nur das ein, was du auch wirklich halten kannst.
  4. Pausen sind kein Luxus, sondern notwendig. Vergiss deine Freizeit und deine Hobbys nicht. Lernen und Arbeiten funktionieren nur dann langfristig, wenn du dir einen Ausgleich schaffst. Plane dir Erholungsphasen genauso fest ein wie deine Lernzeiten.
  5. Scheue dich nicht davor, nach Unterstützung zu fragen. Wenn du mit beruflichen oder privaten Schwierigkeiten kämpfst oder du inhaltlich feststeckst, dann öffne dich. Nutze die Sprechstunden der Dozenten und Professoren oder such den Kontakt zu deinen Mitstudierenden. Du bist mit deinen Problemen nicht allein, und es findet sich fast immer eine Lösung, wenn man das Gespräch sucht.

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